Drei strategische Empfehlungen für Digitalisierung und Datenqualität

Zukunftssicherheit für alle Beteiligten gewährleistet allein der BiPRO-Standard. Der Bestandsdatentransfer im BiPRO-Produktmodell wurde mit dem Release 2.4 normiert und wird im Rahmen der Brancheninitiative ständig weiterentwickelt.

Lesen Sie dazu ein Interview mit Herrn Hans-Holger Jörgens, Digitalization Strategist der Swiss Life Hannover und Herrn Thomas Beckmann, freier Mitarbeiter der Martens & Prahl Versicherungskontor GmbH & Co.


BiPRO e.V.: Was ist der Ursprung und das Ziel dieses Positionspapiers?

Herr Jörgens: Konsens ist, dass der jahrelang bewährte GDV-Standard für Bestandsdaten nicht mehr die heutigen Anforderungen erfüllt und der zukünftige Bestandsdatenaustausch über die BiPRO-Norm erfolgt. Allerdings wurde in den letzten Monaten deutlich, dass es unterschiedliche Priorisierungen bei Versicherern und Consumern hinsichtlich der Implementierung der BiPRO-Normen für Bestandsdaten gibt.

BiPRO e.V.: Zwischen der Idee zu diesem Positionspapier und dessen Versendung an die Versicherungen ist sehr wenig Zeit vergangen. Woher kommt der Druck, dies so kurzfristig zu verschicken?

Herr Beckmann: In vielen Häusern laufen die Budget-Runden, teilweise sind die Planungen für das nächste Jahr bereits abgeschlossen – gleichzeitig fragen sich viele, ob sie nach der DIO zur Maklerpost jetzt lieber an der 430er-Norm weiterarbeiten sollten oder der von Consumern häufig geäußerten Forderung nach der Implementierung der 500er-Normen nachgeben sollen. Zeitdruck liegt also vor, und so haben wir sehr zügig in informeller Runde diskutiert und uns auf eine Stimme verständigt.

BiPRO e.V.: Das Positionspapier ist derzeit die Meinung einer Gruppe innerhalb der BiPRO-Community. Wie soll  das Thema mit den BiPRO-Gremien verzahnt werden? Wie sollen weitere Unternehmen von dem Thema überzeugt bzw. dazu eingebunden werden?

Herr Jörgens: Schon seit einiger Zeit thematisieren verschiedene Stimmen im Markt den Bedarf an mehr Datenqualität und Prozessautomatisierung. Deshalb war es an der Zeit, dass sich die Vertreter der Unternehmen, die diese Themen treiben, innerhalb des BiPRO e.V. gemeinsam abstimmen. Wir sehen uns allerdings nicht als eine geschlossene Gruppe. Vielmehr sollen die formulierten Ziele allen BiPRO-Mitgliedern und Marktteilnehmern bei ihrer Planung helfen.
Nach meinen persönlichen Gesprächen mit den großen deutschen Versicherern kann ich sagen, dass dort bereits überwiegend die Überzeugung vorhanden ist, dass die Implementierung von BiPRO-Bestandsdatennormen angegangen werden muss. Unterschiede bestehen in der Herangehensweise und der Priorisierung der BiPRO-Normen. Mit dem Positionspapier wollen wir den Unternehmen einen Weg weisen, der beste Marktwirkung verspricht.  Alle Consumer und Provider sind zum Dialog im Rahmen des BiPRO e.V. eingeladen, um aus der BiPRO-Community heraus die Implementierungen zu fördern.
 

BiPRO e.V.: Am 07. Dezember 2017 startet die BiPRO-Digitalisierungsoffensive Bestandsprozesse, mit der Förderung der Umsetzungen der Normreihe 500. Empfehlen Sie die Inhalte des Positionspapiers dort einzubringen?

Herr Beckmann: Mit der Teilnahme an der DIO ist die wichtigste Position – nämlich das Commitment auf eine zeitnahe und markteinheitliche Implementierung der 500er Normen - bereits erreicht: Insofern ein klares „Ja“. Die gemeinsame Einschätzung unserer kleinen Gruppe, dass der Löwenanteil der Arbeit, aber auch der wichtigste Gewinn für die zukünftigen Herausforderungen im Datenaustausch, darin liegt, kleinteilig und Anforderungs-getrieben Daten bereitstellen, aber auch entgegen nehmen zu können, ist nach diesem Schritt eine logische Konsequenz.


Wir bedanken uns bei Herrn Jörgens und Herrn Beckmann für das Interview! Das Strategiepapier mit den drei Empfehlungen für Digitalisierung und Datenqualität können Sie nachfolgend downloaden.

Sie möchten diese Initiative unterstützen? Sie haben Fragen? Wenden Sie sich gerne per Mail oder telefonisch +49 211-690750-31 an Frau Simone Grams, BiPRO e.V.